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Trump vs. Obama

Photo: Wikimedia Commons, Public Domain

Der wahre Freund der Juden?

Der Israelische Präsident Reuven Rivlin schickte nach den Ausschreitungen in Charlottesville, Virginia, einen Brief an die verschiedenen Jüdischen Gemeinden und Organisationen in den USA. Er bezog sich auf die antisemitischen Ausschreitungen der Neo-Nazi-Gruppierungen und sicherte den Juden in den USA uneingeschränkte Unterstützung gegen jede Form von Antisemitismus zu.

Er ging allerdings nicht auf die angeblich unklaren Reaktionen von Präsident Trump ein, der heftig kritisiert wurde, weil er in seiner Reaktion die rechtsextremen Gruppierungen nicht einzeln aufzählte und auf deren rassistische Attacken nicht einging.

Die Kritiken überschlugen sich in alle möglichen Richtungen, und nicht nur Trump sondern auch Israelische Politiker wurden angegriffen. Trump, weil er ausweichend auf die Ausschreitungen der Neo-Nazis reagierte, und die Israelis, weil sie – angeblich um die guten Beziehungen zur Trump-Regierung nicht zu stören – nicht kritisch genug auf die fehlenden Verurteilungen durch Trump reagierten.

Manche gingen so weit, das Beispiel Charlottesville als Symbol für den Unterschied zwischen Trump und Obama zu definieren und wiesen auf die ‚überzeugenden und eindrucksvollen Kommentare’ des Ex-Präsidenten. Doch die verschiedenen jüdischen Organisationen reagierten mit unterschiedlicher Begeisterung, und manche von ihnen erinnerten an die schmerzvollen Erfahrungen mit Ex-Präsident Obama, wenn es um Kommentare zu antisemitischen Ausschreitungen und Terrorakten ging.

Im Februar 2015, als Terroristen in Paris einen Koscheren Supermarkt überfielen und vier Kunden, die rein zufällig im Geschäft waren, ermordeten, weigerte sich Obama dieses Attentat als antisemitischen Angriff zu verurteilen.

Sein zynisches Statement damals, dass die Opfer ‚a bunch of guys in a deli’ waren, und der Angriff keinen Zusammenhang mit der Tatsache habe, dass es sich um ein koscheres Geschäft handelte, irritiert Juden in den USA bis heute, wenn es um die ‚Glorifizierung’ Obamas geht.

Selbst nach wiederholtem Nachfragen durch Journalisten beharrte Obama auf seiner Definition des Anschlags, dass es sich hier um keinen antisemitischen Anschlag handelte, sondern das Geschäft rein zufällig ausgewählt wurde. Auch sein offizieller Sprecher und andere Vertreter des Weißen Hauses blieben bei der eigenwilligen Falschdefinition und betonten immer wieder, dass die Attentate in Paris nichts mit Antisemitismus zu tun hätten.

Nach heftiger Kritik vor allem konservativer jüdischer Politiker veröffentlichte die Obama-Administration einen eher zweideutigen Kommentar auf Twitter, der zum ersten Mal über die antisemitische Dimension des Anschlags sprach.

Der Vorfall reihte sich in eine Kette von zweifelhaften Statements der Obama-Regierung über antisemitische Anschläge und Angriffe weltweit durch islamische Terroristen. Der Zusammenhang zwischen Islam und Judenhass war für Obama & Co kein Thema, man veröffentlichte wiederholt die Sorgen über den Anstieg islamophober Angriffe, doch von der Gefahr des Antisemitismus wollte niemand sprechen. Die Sicherheit der Juden waren für Obama kein Thema, die Sicherheit der Mitglieder muslimischer Gemeinden eines seiner Lieblingsthemen.

Dennoch, dieses irritierende Verhalten eines amerikanischen Präsidenten war für viele jüdische Organisationen kein Grund zur Aufregung. Für die Linken (auch unter den Juden) galt jede Kritik an Obama als tabu.

Jeffrey Goldberg, Obamas jüdischer Lieblingsjournalist (Mitherausgeber des Magazins Atlantic), schwieg regelmäßig zu jeder Missinterpretation von Terror-Anschlägen durch den Ex-Präsidenten, ist jedoch heute einer der wichtigsten Sprecher der jüdischen Anti-Trump Liga. Als Trump es wagte, auch die Gewalt der Antifaschisten zu kritisieren, die in Charlottesville auftraten, entschuldigte Goldberg dies mit dem intelligenten Vergleich, dass auch die Partisanen im 2. Weltkrieg Gewalt als Kampfmittel gegen die Nazis einsetzten.

Peter Beinart, einer der Stars unter den links-jüdischen Journalisten, schwärmte in einem Betrag in Atlantic von ‚The rise of the violent left’. Er lobte den sogenannten Kampf der Antifaschisten auf den amerikanischen Universitäten, die konservative Professoren attackierten, Vorträge von Gästen blockierten und Teilnehmer von Trump-Rallys bis zu ihren Autos verfolgten und sie tätlich angriffen.

Die Hysterie um die Antifa-Bewegung geht so weit, dass linke jüdische Intellektuelle und Journalisten Koalitionen mit anti-israelischen Gruppierungen akzeptieren, solange es nur gegen Trump geht. Gruppierungen wie ‚Black lives matter’ treten mit Postern gegen ‚Zionismus und Israel’ auf, die ‚Democratic Socialists of America’ kooperieren mit der anti-israelischen Organisation BDS und behaupten, Zionismus und Feminismus seien nicht vereinbar, und David Duke, einer der führenden Kräfte der rechtsextremen ‚White Supremacists’ schrieb einen Fan-Brief an den Musiker Roger Waters (Pink Floyd) und gratulierte ihm zu seinen Hass-Orgien gegen Israel.

Zu all dem gibt es keine Kritik von Seiten der links-jüdischen Journalisten und Politiker. Die Rhetorik mancher linker Organisationen, dass das ‚Weiße Haus’ von Zionisten kontrolliert werde, so wie die Medien und das Banksystem, und manche von der USA als einem ‚Jewish-ethno-State’ sprechen, erzwingt keine Reaktionen – im Gegenteil, man sieht in der derzeitigen konservativen Regierung in Israel ein vergleichbares Problem wie in Trump und seinem Team.

Die absurde Koalition zwischen Rechts- und Linksextremisten entsteht immer dann, wenn es um den Kampf gegen Israel und Zionismus geht. Jüdische Organisationen, Journalisten und Intellektuelle praktizieren in diesem Zusammenhang eine abrufbare Empfindlichkeit – wenn es um Antisemitismus geht.

Der Kampf gegen Antisemitismus wird zu einer politischen Waffe, die je nach Situation aus der Schublade geholt und eingesetzt wird. Er wird damit zu einem parteipolitischen Geplänkel reduziert und die ‚situativen’ Antisemitismus-Kämpfer verlieren jede Glaubwürdigkeit.

Ein besonders absurdes Spiel von völligem Ignorieren bis hysterischer Übertreibung wird vor allem von linken Gruppen und deren Vertretern praktiziert. An ihrem Verhalten gegenüber Obama und Trump ist das eindeutig nachweisbar.

Wenn der Hass gegen Trump zur Kooperation mit antisemitischen Gruppierungen führt, verhalten sich jüdische Organisationen und Journalisten nicht anders als Neo-Nazis und andere Rechtsextreme, die nur die Abneigung und die Vorurteile gegen andere verbindet.

Israels Reaktion auf die Ereignisse in Virginia war daher völlig korrekt; es macht für die israelische Regierung keinen Unterschied, von welcher politischen Seite judenfeindliche Angriffe kommen, und sie entschuldigt keinen Antisemitismus von Personen oder Gruppen, auch wenn es gleiche Interessen in anderen Themen geben sollte. Das Negieren des Judenhasses unter linken Genossen, die den Kampf gegen den ‚Klassenfeind’ über alles stellen, hat garantiert keine Zukunft und keine Sicherheit für Juden – selbst dann nicht, wenn der ‚Klassenfeind’ eines Tages besiegt ist.

 

1 Kommentar

  • Es zeigt sich wieder einmal, daß 1. Judesein allein schützt nicht vor Dummheit, 2. wer zu lange links ist, verliert die Denkfähigkeit.
    Obama hatte leider nicht viel Rückgrat, man denke nur an seine „rote Linien“. Er ließ Israel nur deshalb nicht in Stich, weil er wußte, daß die US diesen kleinen verhaßten Staat nötig hat. Die Juden waren ihm völlig egal.
    Hätte ich nicht gerade das Buch von Tuvia Tenebom „Allein unter Amerikaner“ beendet, hätte ich vielleicht das, was im Artikel steht, mit einigem Skepsis betrachtet. So aber glaube ich jedes Wort. Ein trauriges Buch, nicht nur was dortige Juden betrifft.
    lg
    caruso

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