Deutschland

Wie Journalismus und Intellektuelle sich selbst abschaffen

(René Zeyer, BAZ)

Die Welt als Wille und Wahn

»Der Spiegel weiss es mal wieder ganz genau: ›Wer die AfD wählt, wählt Nazis.‹ Die ansonsten zurückhaltende Frankfurter Allgemeine Zeitung beobachtet einen ›Lynchmob‹, die Süddeutsche Zeitung sieht die Lage in Chemnitz ›außer Kontrolle‹, hier gehe es um einen ›Kampf um Herzen und Köpfe‹, und die Ereignisse im ­ehemaligen Karl-Marx-Stadt sind bereits im Abklingbecken der deutschen Talkshows unterwegs.

Wie immer liegt ein Hauch von Weimar in der Luft, herrscht Pogromstimmung, erinnern sich viele Kommentatoren an 1933, kurz vor der Machtergreifung Hitlers, als wären sie dabeigewesen. Dann erscheint auch noch ein neues Buch von Thilo Sarrazin, der einen ›eugenischen Weltbürgerkrieg‹ ausrufe, so die Süddeutsche, seine Auslegungen des Islams seien ›so primitiv wie gefährlich‹. Und da der Tages-Anzeiger mitsamt seinem Dutzend Kopfblättern nicht nur die Auslandberichterstattung aus Deutschland übernimmt, wird auch der Schweizer Leser darüber informiert, dass ›Deutschland dieses Buch so nötig wie einen Ebola-Ausbruch braucht‹.

Überhaupt handle es sich hier um eine verlegerische Fehlleistung, so etwas publiziere man nicht. Hat Sarrazin etwa eine Fortsetzung von Hitlers Machwerk ›Mein Kampf‹ geschrieben? Tritt er in die Fussstapfen von Alfred Rosenberg? Nein, er beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Islams auf die europäischen Gesellschaften.«

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