International Migration

Warum jeder, der kann, aus Eritrea flieht

(Dr. Abdulkader Saleh Mohammad, Huffington Post)

Der Exodus und die Doppelmoral

»Die Europäer fallen immer wieder auf dieselben Lügen herein. Oder sie wollen darauf hereinfallen. Sie glauben, mit den korruptesten und brutalsten Regimen Afrikas verhandeln zu können. Nur damit weniger Afrikaner nach Europa fliehen.

Was für ein Irrtum. Diese Politik bewirkt, dass nur noch mehr Menschen fliehen. Menschen wie ich.

Ich stamme aus Eritrea, dem Land am Horn von Afrika, aus dem so viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen.

Ich habe, nachdem ich in Deutschland meinen Master und Doktor gemacht hatte, in Libyen gelehrt und bin nach der Unabhängigkeit Eritreas in meine Heimat zurückgekehrt. Zehn Jahre lang habe ich dort als Soziologie-Professor gelehrt, habe soziale Probleme angeprangert, bis die Regierung mich 2003 kaltgestellt, die Universität zerschlagen und alle Fakultäten übers ganze Land verteilt hat. Seither gibt es de facto keine Hochschule mehr in Eritrea.

Die Behörden haben meinen Pass konfisziert und mich unter Ausreiseverbot und permanente Überwachung gestellt. Acht Jahre lang durfte ich weder arbeiten noch das Land verlassen. Zum Glück bin ich nicht wie andere Kritiker der Regierung in den geheimen Gefängnissen verschwunden, sondern ich konnte mit Hilfe des Netzwerks “Scholars at Risk” nach Oslo ausreisen und weiter als Wissenschaftler arbeiten.«

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