Österreich

Schikaneder-Betreiber über Hassposter

(Nana Siebert, Der Standard)

Man fühlt sich wie im Wahn

»Tagelang ging ein Sturm des Hasses über die Wegensteins hinweg, als sie der Jungen ÖVP ihr Lokal Anfang des Jahres für deren ›Neumitgliederempfang‹ vermieteten.

Weil sie das in der linken Szene beliebte Wiener Lokal Schikaneder Anfang des Jahres für einen Abend an die Junge ÖVP vermieteten, wurden die Betreiber online bedroht. Mit dem STANDARD haben Lisa und Johannes Wegenstein über ihre Erfahrungen, die sie ›mitten im Shitstorm‹ sammelten, gesprochen.

Begonnen hat alles mit einem Facebook-Posting einer Ex-Mitarbeiterin, die erfahren hatte, dass die Junge ÖVP unser Lokal für einen Abend gemietet hat. Damit hätten wir unsere Werte, die linke Szene verraten, meinte sie, wir würden uns ›mit den Nazis ins Bett legen‹.

Wir waren gerade auf Kurzurlaub in der Steiermark, haben das zunächst gar nicht mitbekommen. Wir sind erst aufmerksam geworden, als schnell hintereinander auf der Seite des Schikaneder plötzlich mehrere Dutzend schlechte Bewertungen abgegeben wurden. Ein Bekannter hat uns dann einen Link zum Ursprungsthread geschickt. Der war da schon mehrere Hundert Kommentare lang, die Beschimpfungen wurden immer wüster.

Die Leute haben sich in Rage geschrieben: Wir hätten ihnen mit der Vermietung des Lokals ihren Freiraum geraubt, uns mit der rechten Regierung verbündet. Alles, was wir jemals gemacht haben, vom Menschenrechtsfilmfestival bis zu Diskussionsabenden, wurde in den Dreck gezogen.«

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