Österreich

Rot-grüne Larmoyanz

SPÖ und Grüne: Triumph der Larmoyanz

(Thomas Hofer, Der Standard) »Das Phänomen kennt man traditionell aus der Welt des Fußballs. Wann immer heimische Teams international „underperformen“, gibt es viele Schuldige: die lange Verletztenliste, das mangelnde Spielglück, den parteiischen Schiedsrichter oder generell die widrigen Platzverhältnisse. Angerufen wird in solchen Situationen verlässlich der Konjunktiv. Ja, hätte man die eine Chance verwertet, der Spielverlauf wäre natürlich ein ganz anderer gewesen.

Ähnliche Argumentationsmuster sind verlässlich von Politikern nach Wahlniederlagen zu hören. Diesmal allerdings trieben es einige Parteienvertreter besonders bunt. In der SPÖ versuchte man noch am Wahlabend, den deutlichen Rückfall hinter den neuen Klassenprimus Sebastian Kurz in einen Sieg umzudeuten. Gemessen an den Umständen, verlautete es aus dem mit jubelnden Genossen gefüllten SPÖ-Festzelt, sei das Ergebnis eine Sensation. Außerdem war da die Themenlage, die natürlich die Sozialdemokratie nicht gerade bevorzugte. Und erst der internationale Trend! Martin Schulz hätte das Ergebnis von Christian Kern mit Handkuss genommen. Überhaupt: Hätte der Wahlkampf noch zwei, drei Wochen gedauert – wer weiß?«

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