Europa Wirtschaft

Macron gegen Unternehmen

(Nico Tzermias, NZZ)

Macron gegen Gewinnstreben der Unternehmen

»Frankreichs Regierung bereitet eine Gesetzesrevision vor, laut der sich Unternehmen ausdrücklich auch um das Gemeinwohl kümmern sollen. Das droht dem Vertrauen der Investoren zu schaden.

In seinem für den Wahlkampf verfassten Buch «Révolution» hatte der französische Präsident Emmanuel Macron die an eine Schrift von Lenin erinnernde Ansicht vertreten, dass sich der «Kapitalismus wegen dessen Exzessen in der Endphase» befinde. Es kann mithin nicht überraschen, dass die Regierung in Paris eine Reform aufgleisen will, laut der im Zivilgesetzbuch neu festgehalten werden soll, dass sich Unternehmen neben dem Gewinnstreben auch um das Gemeinwohl kümmern müssen.

Wie Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, ein eingefleischter Gaullist, gegenüber der Zeitung «Le Monde» erklärte, werde eine «essenzielle Modernisierung des französischen Kapitalismus» angestrebt. Die Unternehmen könnten sich nicht mehr aufs Erzielen von Gewinnen beschränken, sie müssten sich auch an der «Transformation der Gesellschaft und Verbesserung des Alltags aller beteiligen». Die im Detail noch nicht verbindlich ausformulierte neue Bestimmung ist Teil eines Gesetzes, dessen Entwurf die Regierung Mitte April im Ministerrat verabschieden will. Es soll einen umfangreichen «Aktionsplan für das Wachstum und die Transformation der Unternehmen» in Kraft setzen.«

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2 Comments

  • Ich finde die Idee nicht schlecht. Es kann doch nicht sein, dass die Wirtschaft Jahre lang floriert und die Schere zwischen arm und reich immer größer wird. Wenn die Unternehmen schon sensationell gut verdienen, trotz Managementfehlern (Autoindustrie) soll doch der Unterschied zwischen arm und reich nicht noch größer sondern kleiner werden.