Feuilleton Wissenschaft

Koscher schächten

(Alexia Weiss, Wiener Zeitung) „Der Schnitt ist Betäubung und Schlachtung zugleich: der ausgebildete Schlachter (Schochet) durchtrennt den gesamten Schlund, also nicht nur die Carotiden, sondern auch Luft- und Speiseröhre sowie weitere Blutgefäße, mit einem raschen Schnitt. Dadurch wird die Blutzufuhr zum Gehirn sofort unterbrochen, der Blutdruck senkt sich rasant. Das Tier spürt also keinen Schmerz. Beim darauffolgenden Ausbluten ist es nicht bei Bewusstsein. Bewegungen, die vom Beobachter wahrgenommen werden, sind Nervenreaktionen und kein Todeskampf. Man kennt sie auch von bereits toten Hühnern.

Letzteren wird beim Schächten gleichfalls der Hals durchschnitten – auch hier sofortige Betäubung inklusive. Beim konventionellen Schlachten werden Hühner zunächst an den Beinen aufgehängt und dann mit den Köpfen in ein Wasserbad getaucht, wo sie durch einen Stromschlag betäubt werden. Immer wieder versuchen Tiere das Eintauchen zu vermeiden – sie streifen das Wasser wiederholt mit dem Kopf und erhalten so mehrere schmerzhafte elektrische Schläge nacheinander, die manches Mal nicht zu einer umfassenden Betäubung führen. Danach erfolgt die Schlachtung.“

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