Islam Österreich

Kopftuchverbot bis 14

(Nina Scholz, KURIER)

Das Kopftuch drängt die Kinder in eine inferiore Rolle

»Im Mittelpunkt des geplanten Kopftuchverbots in Kindergärten und Grundschulen steht der Kinderschutz. Die Kindheit endet juristisch mit dem 14. Geburtstag, zugleich das Alter der Religionsmündigkeit. Es scheint schwer begründbar, warum in diesem Fall der Schutz für Mädchen ab dem 10. Lebensjahr enden soll.

Die 2017 vom islamischen Dachverband IGGÖ erlassene offizielle Kopftuch-Fatwa (islamisches Rechtsgutachten) spricht von der Verhüllung als einer „religiösen Pflicht“ für Mädchen ab der Pubertät. Der Vielfalt des Islam, die an anderer Stelle gern ins Feld geführt wird, trägt diese Fatwa in keiner Weise Rechnung, gaben doch im Rahmen einer durchgeführten Universitätsstudie zur muslimischen Diversität zwei Drittel der als „hochreligiös“ eingestuften Musliminnen an, kein Kopftuch zu tragen.

In der Fatwa wird ein Alter bewusst nicht erwähnt, Pubertät reduzierend als Zeitpunkt der Geschlechtsreife aufgefasst. Nun tritt die erste Regelblutung bei vielen Mädchen bereits mit 11, 12 Jahren ein. Die IGGÖ oder Eltern, die ein Mädchen, weil geschlechtsreif, im Kindesalter markieren wollen, dessen Haar, Hals und Nacken als Gefahr betrachten und es auf diese Weise sexualisieren, oder die das Mädchen – auch das ist zu hören – frühzeitig an den Hijab gewöhnen wollen, sollten in Schranken verwiesen und das Gesetz bis zur Religionsmündigkeitausgedehnt werden.

Die Vorstellung, durch das Kopftuch Männer vor weiblichen Reizen zu schützen, offenbart, nebenbei bemerkt, auch ein äußerst problematisches Männerbild, das Männer als triebgesteuerte Wesen wahrnimmt, unfähig zum entspannten Umgang mit Mädchen und Frauen.«

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