International

Kim und Trump überschreiten gemeinsam die innerkoreanische Grenze – das ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung

Patrick Zoll, NZZ

›Historisch‹ ist das am meisten überstrapazierte Wort, wenn es um den Annäherungsprozess zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten geht. Doch die häufige Verwendung des Wortes erinnert daran, wie radikal sich die Beziehungen in kurzer Zeit verändert haben. Dass ein amtierender amerikanischer Präsident nordkoreanischen Boden betritt, war vor etwas mehr als einem Jahr unvorstellbar – dieser kurze Moment am Sonntag allein war historisch. Tags zuvor hatte Donald Trump einen Tweet verschickt, und kurz darauf stand der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un breit grinsend zu einem Treffen bereit.

Für ihr drittes Treffen wählten Kim und Trump nicht mehr einen neutralen Ort, sondern Panmunjom an der innerkoreanischen Grenze. Einen symbolischeren Ort gibt es nicht, wenn es um die koreanische Halbinsel geht. Während des Koreakrieges wurde dort gut eineinhalb Jahre lang um ein Ende der Kämpfe gefeilscht. Währenddessen ging das Gemetzel weiter. Erst am 27. Juni 1953 einigte man sich auf einen Waffenstillstand und darauf, die demilitarisierte Zone einzurichten. Diese verläuft fast exakt dort, wo die Trennlinie zwischen den beiden Korea vor dem Krieg gelegen hatte. Damit war zwar der Konflikt nicht beigelegt, aber wenigstens mussten nicht noch mehr Menschen sterben. Der Krieg hatte 1,2 Millionen Soldaten und mindestens 1,6 Millionen Zivilisten das Leben gekostet, wobei die Zahlen sehr ungenau sind.

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