Welt Wirtschaft

Irrelevante Wirtschaftstheorien

Wirtschaftstheorien haben ihre Relevanz verloren

(Friedrich Korkisch, Die Presse) »Die jährliche Tagung der Notenbank-Gouverneure in Jackson Hole war in diesem Jahr von Unsicherheiten geprägt, von der vom Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, gewünschten, aber von Janet Yellen (Federal Reserve) abgelehnten Inflationsförderung und von destabilisierenden Geldmengen in der EU. Wenn man weiß, dass im Zyklus von 100 bis 140 Monaten eine Rezession zu erwarten ist, könnte man dies abhaken, wären nicht alle OECD-Staaten mit 90 bis 160 Prozent und mehr Staatsschulden und mit rund acht bis 20 Prozent Arbeitslosigkeit konfrontiert.

Das diesjährige Europäische Forum Alpbach war insofern ernüchternd, als die meisten anwesenden Ökonomen optimistische Aussagen tätigten, die von der Realität nicht belegt sind. Ein geringer Rückgang der Arbeitslosigkeit wurde als großer Erfolg gesehen, wobei die wachsende Zahl von Minderbeschäftigten übersehen wird. Wie Griechenland ein Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent errechnen kann, obwohl es bisher nie brauchbare Daten hatte, blieb unbeantwortet.

Ein Phänomen ist das Festhalten an Theorien – wie an jener, wonach sich durch zwei Prozent Inflation die Arbeitslosigkeit verringern lässt. Das fand Eingang in Lehrbücher, wird von US-Ökonomen aber seit jeher widerlegt und wurde 1983 auch schon von Erich Streissler (Uni Wien) bestritten.«

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