Wirtschaft

Inflation: Der Kaufkraftverlust der Bürger wird unterschätzt

Trotz der massiven Ausweitung der Zentralbankbilanzen bleibt die Inflation gering. In diesem Umfeld wird nach Ernst Baltensperger und Gerhard Schwarz die Inflation sogar noch überschätzt. Qualitätsverbesserungen, zum Beispiel bei Telefonen, würden nicht ausreichend berücksichtigt. Reales Wachstum und Löhne lägen höher als gedacht.

Die Anpassung der Inflation um verbesserte Qualität geht auf die 1996 vom amerikanischen Senat beauftragte Boskin-Kommission zurück. Steigt zum Beispiel die Leistungsfähigkeit eines Computers, dann wird der Preis in der Statistik abgesenkt. Derzeit unterliegt etwa ein Drittel des Warenkorbs der USA dieser sogenannten hedonischen Preismessung (insbesondere Kleidung und Elektrogeräte). Der Staat hat dadurch viel gespart, weil Sozialtransfers und Renten auf der Grundlage der Inflation erhöht werden. In Europa ist der Anteil der betroffenen Güter deutlich geringer.

Wenn sich die Qualität verschlechtert

Hingegen erfolgt keine Preiserhöhung in der Statistik, wenn sich die Qualität verschlechtert, obwohl dies bei vielen Gütern – zumindest gefühlt – der Fall ist. Viele Menschen denken, dass die Qualität von Fleisch, Obst und Gemüse schlechter als früher ist. Oft werden billigere Zutaten verwendet (zum Beispiel mehr Milchpulver statt Kakao bei Nutella). Die Nutzungsdauer vieler Produkte ist heute kürzer, zum Beispiel bei Telefonen und Kleidung.

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