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Deutschland

Entlassung von Knabe wird für Lederer zum Bumerang

(Sven Felix Kellerhoff, WELT)

Intrige gegen einen politisch Unbequemen

»Es ist nicht schwer vorauszusagen: Am Ende dieser Affäre um wirkliche oder angebliche sexuelle Übergriffe an der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, die von Bund und Land gemeinsam finanziert wird, werden alle verloren haben. Das liegt vor allem an der stiftungs- und arbeitsrechtlich zumindest höchst fragwürdigen Hauruck-Methode, die eingesetzt worden ist, um Stiftungsdirektor Hubertus Knabe von seinem Posten zu entfernen.

Verloren hat natürlich der seit 17 Jahren politisch stets unbequeme, in linken, zumal in Kreisen ehemaliger SED-Kader geradezu verhasste Leiter der Stiftung, die das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit als Gedenkstätte betreibt. Er ist freigestellt, soll ordentlich gekündigt werden. Es ist schwer vorstellbar, dass er seine Position zurückbekommt – auch wenn jetzt mehrere weibliche Mitglieder des Beirates der Stiftung in einem offenen Brief ausdrücklich seine Wiedereinsetzung fordern.

Ebenso aber auch Berlins Kultursenator Klaus Lederer, der eigentlich starke Mann der Linkspartei in der Hauptstadt. Ihm dürfte nur der Rücktritt bleiben, wenn tatsächlich, wie anzunehmen ist, gerichtlich die Rechtswidrigkeit seiner Vorgehensweise gegen Knabe festgestellt werden sollte. Denn einen Stiftungsverantwortlichen aufgrund von anonymen Beschuldigungen gegen eine andere Person zu entlassen, ohne ihn auch nur anzuhören, spricht dem Rechtsstaat Hohn.«

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