Naher Osten Religion

Discos in Pakistan

Gäbe es Discos in Pakistan, wären sie hoffnungslos überlaufen

(Salam Ansari, FAZ) »Ich wuchs in den fünfziger Jahren in Lahore, Pakistan, auf. Damals gingen meine Brüder und ich nur einmal im Jahr zur Moschee. Meine Mutter und beide Schwestern blieben zu Hause. Frauen hatten das Recht, Allah innerhalb der Hausmauern zu lobpreisen. Dem Ruf des männlichen Muezzins sollten nur Männer Folge leisten.

Eine Moschee für Frauen samt einer Vorbeterin war nicht vorgesehen. Mag sein, dass Allah den Frauen vertraut und sie deshalb aus der Verpflichtung entlassen hat, ihn mehrmals am Tag öffentlich zu loben. Dennoch rätselte ich oft, mit welchem Klang und welcher Wirkung „Allah ho Akbar“, intoniert aus der weiblichen Kehle, wohl die Luft erfüllen würde.

Es wurde das Ende vom Ramadan gefeiert. Ich wusste nicht, welche Bedeutung dieser Tag wirklich hatte. Wir zogen uns frisch gewaschene Kleider an, bedecken unsere Haare mit einem Taschentuch und reihten uns bei anderen Betenden ein. Das Gebet auf Arabisch wussten wir nicht richtig zu sagen; und selbst wenn wir auf Arabisch hätten beten können, wäre der Sinn uns fremd geblieben. Wir bewegten unsere Lippen und ahmten die Bewegungen anderer Betender nach. Wir fielen auf die Knie und pressten die Stirn gegen den Boden der Moschee. Als das Gebet zu Ende war, staunten wir darüber, dass niemandem etwas aufgefallen war.«

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