Naher Osten

Die Hamas ist isoliert

(Christian Weisflog, NZZ)

Palästinas vereinsamte Märtyrer

»Die Auseinandersetzungen am Grenzzaun zum Gazastreifen am Osterwochenende haben viel Blut gekostet. 18 Palästinenser wurden von israelischen Soldaten erschossen. Umso gehässiger fielen die Reaktionen aus. Von einem «abscheulichen Massaker» sprach der palästinensische Uno-Botschafter Riyad Mansour. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schimpfte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu einen Terroristen. Hinter der selbstgerechten Rhetorik steckt indes ein heuchlerisches Kalkül, das praktisch so alt ist wie der ganze Nahost-Konflikt.

Gerade der bewaffnete palästinensische Widerstand nutzt das stetige Blutvergiessen, um die Erinnerung an das palästinensische Leid immer wieder aufleben zu lassen und den Märtyrerkult zu erhalten. Nach dem verlorenen israelisch-arabischen Krieg vor 70 Jahren drangen kleine palästinensische Terrorkommandos immer wieder auf feindliches Territorium vor, um israelische Überreaktionen zu provozieren und dann an die arabisch-muslimische Solidarität zu appellieren. Die Staatschefs von Israels autoritär geführten Nachbarländern instrumentalisierten ihrerseits den Konflikt, um sich als Kämpfer einer gerechten Sache zu inszenieren und so ihre undemokratisch erworbene Macht innenpolitisch zu legitimieren.«

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