Europa Wirtschaft

Die grösste Freihandelszone der Welt ist beschlossene Sache

René Höltschi, NZZ

Auf den Tag genau zwanzig Jahre nach der Lancierung von Freihandelsverhandlungen haben die EU und der südamerikanische Handelsblock Mercosur am Freitagabend eine politische Einigung über ein Freihandelsabkommen erzielt. An einer gemeinsamen Medienkonferenz in Brüssel feierten die EU-Kommissare Cecilia Malmström (Handel) und Phil Hogan (Landwirtschaft) sowie der argentinische Aussenminister Jorge Marcelo Faurie die Einigung als historischen Schritt und als starkes Zeichen für einen regelgebundenen Handel in Zeiten der internationalen Handelsspannungen.

Das Abkommen baut zum einen Zölle der vier Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay auf Industriegüter aus der EU ab. Dies ist insofern besonders attraktiv, als diese derzeit zum Teil fast prohibitiv hoch sind. So erheben diese Staaten Zölle von 35% auf Autos, 14% bis 20% auf Maschinen und bis zu 18% auf Chemikalien, die nun beseitigt werden sollen. Doch auch bestimmte europäische landwirtschaftliche Produkte wie Weine und Spirituosen werden von einem Zollabbau profitieren. Zudem hat die EU den Schutz von 357 «geografischen Angaben» wie zum Beispiel ›Tiroler Speck‹, ›Prosciutto di Parma‹ oder ›Polska Wódka‹ ausgehandelt. Es dürfen somit unter diesen Namen im Mercosur-Raum keine Nachahmungen anderer Herkunft mehr vermarktet werden.

Das Abkommen wird laut Malmström nach seiner vollen Umsetzung den EU-Exporteuren Zölle von über 4 Mrd. € pro Jahr ersparen. 

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