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USA

»Die Europäer denken, Trump sei dumm, aber er versteht alles«

Dirk Schümer im Gespräch mit Anthony Scaramucci, BILANZ

Warum Trump wiedergewählt wird

»Anthony Scaramucci war elf Tage lang Kommunikationschef von Donald Trump, dann wurde er gefeuert. Heute sagt er: ›Trump ist eine Bestie.‹ Dessen Wiederwahl sei fast sicher – es gebe nur einen, der Trump gefährlich werden könnte.

Ein Bürohaus in Midtown Manhattan, 527 Madison: Hier arbeitet Anthony ›The Mooch‹ Scaramucci, einer der schärfsten Typen der New Yorker Finanzszene, Gründer und Mehrheitsaktionär des Hedgefonds Skybridge. Im Sommer 2017 war er Donald Trumps Kommunikationschef. Aber nur elf Tage lang.

Herr Scaramucci, fühlen Sie sich Donald Trump noch verbunden?

Wir kennen uns seit mehr als 20 Jahren. Wir sind beide in New York groß geworden, er in Queens, ich auf Long Island. Ich verstehe ihn, mag ihn, auch wenn ich ihn oft zu impulsiv finde.

Lange Zeit haben Sie Beruhigungspillen verteilt: Der Präsident wolle Freihandel und Globalisierung. Stimmt diese Einschätzung noch?

Auf jeden Fall. Man sollte die Feindseligkeit seiner Rhetorik und seinen Verhandlungsstil nicht mit seiner globalen Vision verwechseln. Trump will eine Welt ohne Zölle, das hat er mehrfach gesagt, zuletzt nach dem G-7-Treffen in Kanada. Doch er will auch die Benachteiligung der Amerikaner im globalen Handelssystem beenden. Sie dauert bereits 75 Jahre. Er ist der erste Präsident, der entschlossen dagegen vorgeht.

Wo werden die Amerikaner denn benachteiligt? Sie sind noch immer unangefochten die mächtigste Wirtschaftsnation der Welt.

Die heutige Handelsordnung geht auf die zentralen Weichenstellungen nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Große Teile von Europa und Asien waren deindustrialisiert; die USA als großer Sieger stellten vier Prozent der Bevölkerung, aber 55 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Damals entschieden sich die Amerikaner großzügig, die Mittelklasse in der westlichen Welt via Handel wieder aufzubauen. Es gab den Marshallplan, und wir akzeptierten, dass Importe aus dem Ausland bei uns mit tiefen Zöllen ins Land kamen, während unsere Exporte mit hohen Zöllen belegt wurden. Das war Aufbauhilfe, unsere Produkte wurden trotzdem exportiert, und wir schufen ein Bollwerk gegen den Kommunismus.«

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