Europa

Das Elend der Sozialdemokratie

(Gerhard Zeiler, KLEINE ZEITUNG)

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»Die Sozialdemokratie in Europa steckt in einer veritablen Krise. Vergangen sind die Zeiten, in denen in den meisten europäischen Ländern Sozialdemokraten regierten. Es gibt viele Erklärungsversuche für diese Entwicklung, eine davon stammt von Ralf Dahrendorf, dem liberalen Historiker, der verkürzt gesagt meinte, das 20. Jahrhundert sei das sozialdemokratische Jahrhundert gewesen – und damit sei die historische Aufgabe der Sozialdemokratie erfüllt.

Ich möchte dieser Ansicht mit einem Zitat des griechischen Ökonomen Yanis Varoufakis entgegentreten, der in seinem Buch ›Talking to My Daughter About the Economy‹ meinte: ›All babies are born naked […], but soon after some are dressed in expensive outfits, while the majority wear rags.‹ Solange diese Feststellung auch nur ansatzweise ihre Richtigkeit hat, ist die Aufgabe der Sozialdemokratie noch lange nicht beendet.

Die Sozialdemokratie begann vor mehr als hundert Jahren als emanzipatorische Bewegung, die alsbald wesentliche politische Veränderungen durchsetzen konnte und auch durch zwei Weltkriege nichts von ihrer Vision und ihrer Durchsetzungskraft verlor. Es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts von ihren Ideen geprägt war und sie wesentlichen Anteil am Erfolg der europäischen Demokratien hatte.«

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