Funksprüche

Aus dem Fahrtenbuch eines Wiener Taxlers

Eine Sache der Eh(r)e

Um der 16-jährigen Büşra den westlichen Lebensstil auszutreiben, verheiraten sie ihre Eltern gegen ihren Willen mit ihrem acht Jahre älteren türkischen Cousin.

Blutrache

Viele Familien aus dem Balkan sind in Fehden verstrickt, die seit etlichen Generationen währen. Bei Blutrache bleiben Opfer und Täter verschwiegen.

Haramstufe Rot

Ali, der Herr der Zwiebelringe, hat Sorgen mit seinen Sohn: Falsche Kreise, eine Überdosis Religion, kein Bock auf Schule, viel Wut im Bauch.

Depp oder Macho?

"Der Boxclub ist auch eine Moschee, zuerst boxen – dann wird gebetet. Die sagen auch, was ein guter Moslem macht, und was nicht.“

Ein toleranter Fahrgast

„Im Islam wird keinem der Kopf abgeschnitten“, empört sich mein Fahrgast: „Außer den Ungläubigen“. So ein Satz um 2:00 Uhr früh und du bist einfach nur müde.

Carpe Dürüm

Auch Taxler haben Gefühle. Hunger, zum Beispiel, oder Durst. Dann werden bei Alis Kebab-Stand mit dem bladen Otto tiefschürfende Themen besprochen.

Die Unschuld von Antalya

„Servas, Wukkerl“, krächzt die Kollegin vom Funk, „in die Holochergasse, waaßt eh, Wasserwelt“. I waaß. Weil, in der Märzstraße bin ich aufgewachsen. Zwei Zimmer, Klo am Gang.

Die Pelz-Madame

Die Dame im Pelzmantel, die da an der Ecke Ottakringerstraße auf mich wartet, ist sichtlich nervös. „Endlich sans do“, seufzt sie, und lässt sich in den Beifahrersitz fallen.