Wirtschaft

Bitcoin: Vorbote eines Crash?

Warum der Bitcoin-Hype Vorbote eines großen Crashs sein könnte

(Henrik Müller, SPON) »Was ist Geld? Klingt nach einer simplen Frage. Aber ganz so leicht ist sie nicht zu beantworten.

In der bevorstehenden Woche wird das Geld im Mittelpunkt stehen. Mittwoch wird die US-Notenbank Fed ihren weiteren Kurs bekanntgeben, Donnerstag die Europäische Zentralbank (EZB). Donnerstag und Freitag soll es beim EU-Gipfel nicht nur um den Brexit gehen, sondern auch um die Zukunft der Eurozone. Währenddessen bläht sich beim Kryptogeld Bitcoin eine Blase sondergleichen auf; die Kurssprünge der vergangenen Woche waren atemberaubend.

All das hat etwas miteinander zu tun.

Geld hat ein paar magische Eigenschaften. Sein Wert beruht auf einem komplexen Glaubensgebäude, auf Dogmen und kollektiven Überzeugungen. Geld ist letztlich soviel wert, wie wir ihm alle miteinander zubilligen. Wenn der Glaube daran schwindet, geraten Gesellschaften in ernste Schwierigkeiten, weil dann der Maßstab verlorengeht, an dem wir uns ausrichten und mittels dessen wir aushandeln, wer wem was schuldet.

Das mag reichlich esoterisch klingen; schließlich ist der Umgang mit Geld so alltäglich und so technisch geworden, dass von Magie nicht viel zu spüren ist.

Oder vielleicht doch? Bitcoin ist eine rein virtuelle Währung, die von einem anonymen System aus Geboten und Regeln gesteuert wird, das den Gläubigen einiges abverlangt. So fordert der Geist des Bitcoin – der Algorithmus – enorme Anstrengungen. Das Schöpfen neuer Einheiten ist mit immer aufwändigeren Rechenoperationen verbunden – der Weg zur Gnade ist mühe- und qualvoll. Man könnte das als ziemlich protestantische Vorstellung bezeichnen. Außerdem gibt es eine festgelegte Obergrenze für die maximale Menge an Bitcoins. Sie sind deshalb verlässlich knapp, was einen Teil des Reizes ausmacht.

Und damit sind wir bei den Notenbanken.

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