Deutschland Feuilleton

Autos statt Sex

(Guido Bellberg, WELT)

Falscher Puritanismus

»Wir leben in Zeiten großer gesellschaftlicher Verunsicherung: Niemand weiß zum Beispiel, ob Männer noch flirten dürfen oder ob Mann besser wartet, bis die Frau den Anfang macht (falls sie es denn tut) oder zumindest alle juristisch relevanten Papiere unterschrieben sind, bevor Mann das erste Kompliment abfeuert. Nein, ich beneide die jungen Leute wirklich nicht.

Auch alle anderen Dinge, die früher einmal Spaß gemacht haben, verlieren nach und nach ihre Unschuld. Wenn man heute einen Kinofilm dreht, gilt es vor allem darauf zu achten, dass die Besetzung milligrammgenau ausgewogen ist. Das gilt für Hautfarben genauso wie für Geschlechter oder sexuelle Orientierungen, besonders die der orientierungslosen.

Zwar sind die grässlichen „Identity Politics“ eine uramerikanische, puritanische Erfindung, aber dank der starken Durchmischung mit marxistischem Gedankengut finden auch in Deutschland immer mehr junge Menschen die Idee einer allumfassenden Zensur in ihrem Sinne erstrebenswert. „Ja, aber der Kommunismus ist ja auch noch nie RICHTIG umgesetzt worden!“ Das hat man davon, wenn man auf Schulbildung weitestgehend verzichtet.«

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1 Kommentar

  • Meine Mama hat ohne Mann der im Krieg gefallen ist, heroisch vier Buben aufgezogen, Gott hab Sie selig. Was die Kleidung anbelangt war ihre Devise: „sauber und ganz“. Heute werden neue Jeans gekauft die möglichst zerlumpt sind.
    Das zusammen mit political corectness und Gender zeigen wie Recht Albert Einstein hatte: „Ich fürchte den Tag an dem Technologie unsere Zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflußt, wir werden Generationen von Idioten haben.
    Wir sind dort angekommen.

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