Deutschland Feuilleton

Augstein-Berg-Sargnagel

Die Zeit des Redens ist im Augstein-Berg-Sargnagel-Tunnel vorbei

Civilizations die from suicide, not by murder.
Arnold J. Toynbee

(Don Alphonso, FAZ) »Ich mag Menschen mit Prinzipien, denn ich bin selbst einer, und ich mag Menschen mit Moral, denn ich habe davon mindestens zwei, je nach Bedarf, und diesen Bedarf gibt es in meinem Leben oft. Weil, schauen Sie, bei SPON wird gerade von einer Frau Berg der Schwarze Block der Antifa mitsamt seinen Methoden gegen “Rechts” gelobt, und da kann es natürlich sein, dass auch ich, wenn ich meine Heimatregion verlasse, mir so einen gedruckten Spiegel trotz meiner Ablehnung von Gewalt gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe lege. Das ist zwar schlecht für meinen sonst eifrig gepflegten Ruf als Bildungsbürger, aber gut für die Sicherheit bei der Fahrt durch weniger vom Schicksal begünstigte Regionen, die eine Antifa-SPON-Koalition aufweisen. Irgendwann einmal, wenn es wieder nötig sein sollte, mache ich das. Si fueris Romae, Romano vivito more; si fueris alibi, vivito sicut ibi. (Die Nicht-Lateiner kennen die verkürzte englische Fassung dieses Satzes „When in Rome, do as the Romans do“, Anm. d. Red.)

Das „wunderbare Buch“ ist diese anarchistische Kampfschrift. Allerdings bin ich für die Verhältnisse meiner echten und adaptierten Heimatregionen sicher näher an der Antifa denn am gesellschaftlichen Grundkonsens, der in vielerlei Hinsicht für mich selbst völlig unwählbar ist: In Bayern haben CSU, AfD und Freie Wähler eine erhebliche Mehrheit. Meine Sieneser Bekannten träumen von einem Großherzogtum Toskana. Die Lombardei und Venetien stimmen heute unter rechter Dominanz über ihre Autonomie ab, Meran liegt in Südtirol und dort herrscht die SVP, und dazwischen muss ich durch Österreich. Ich drehe privat die Hand nicht zwischen ÖVP, SPÖ und FPÖ um, das sind meiner Erachtens alle die Gleichen – aber die öffentliche Meinung meint auch dort einen massiven Rechtsruck zu erkennen. Und schon bei den Wahlen zu den Länderparlamenten in Österreich vernahm ich von deutschen Aktivisten ein Stöhnen und die Ansage, dass sie nun nie mehr in Linz anhalten, sondern immer nur zwischen dem auch nicht mehr so ganz roten München und dem rotgrünen Wien durchfahren würden.«

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