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Europa

Arroganz und Selbsthass verhindern in Frankreich Reformen

(Pascal Bruckner, NZZ)

Eine fatale Kombination

»Die Grande Nation gibt ein schlechtes Bild ab: Wieder einmal frönt sie ihrer liebsten Sünde und probt den Aufstand. Doch hinter der revolutionären Rhetorik verbirgt sich ein verzagter Konservatismus.

Sie mögen Streiks, Manifestationen, Demonstrationen oder gewaltsame Proteste? Dann müssen Sie unbedingt nach Frankreich kommen! Am besten im Herbst oder im Frühling, denn der Winter verläuft meist eher ruhig, und den Sommer widmen die Franzosen einem anderen grossen Kult: den Ferien.

Ab der Zeit, als François Mitterrand Präsident war, haderte Frankreich mit Reformen. Doch plötzlich schien der kometenhaft aufgestiegene Emmanuel Macron die Starre zu durchbrechen und Veränderungen zu bringen: Jung, dynamisch und liberal (zumindest den Worten nach), verkörperte Macron eine neue Generation, die das Land wieder in Gang bringen will. Zuweilen wirkte der Präsident wie ein technokratischer Jesus, der nach seinem Sieg über die radikale Linke und die simplistische Rechte das Unmögliche wagte und auf dem Wasser wandelte.

Nun, die Revolte der Gelbwesten, dieser Volksschichten, die gegen Steuererhöhungen protestieren, hat den jungen Präsidenten zurück auf den Boden geholt. Schon im Frühling hat ein langer Streik der staatlichen Eisenbahngesellschaft das Land lahmgelegt; die Regierung hat zwar nicht nachgegeben, aber dem Unternehmen doch Schulden in Höhe von 35 Milliarden Euro abgenommen. Und nun frönt Frankreich wieder ganz offen seiner liebsten Sünde: dem schleichenden Chaos.

Woher rührt diese Hingabe ans Scheitern?«

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