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Deutschland

Annegret Kramp-Karrenbauer

(Jan Fleischhauer, SPON)

Die Frau von gestern

»Sie kenne niemanden in der CDU, der den Erfolg der AfD achselzuckend hingenommen habe, hat Annegret Kramp-Karrenbauer vor ein paar Tagen gesagt. Der Satz wirft die Frage auf, mit wem die Generalsekretärin in ihrer Partei näheren Umgang pflegt. Die Kanzlerin kann schon mal nicht zu den Leuten gehören, die Frau Kramp-Karrenbauer besser kennt.

Zur Hinterlassenschaft von Angela Merkel werden zwei für Deutschland grundlegende Veränderungen des Parteiensystems gehören: Das eine ist das Ende der SPD als Volkspartei, das andere der Aufstieg der AfD zur führenden Oppositionskraft. Im Lager der Kommentatoren, die Merkel für die beste Kanzlerin aller Zeiten halten, zieht man es vor, über beides vornehm hinwegzugehen. Ich verstehe das, diese Revolution würde ich als Hagiograf auch in den Apokryphen verschwinden lassen.

Die Folgen des Siechtums der SPD werden uns noch lange beschäftigen, und zwar weit nachhaltiger, als den meisten heute bewusst ist. Die Stabilität der Nachkriegsdemokratie beruhte immer auch auf der Stärke der beiden großen Säulen, der ehrwürdigen Christenunion und der noch ehrwürdigeren Sozialdemokratie. Das unterschied Deutschland von vielen Ländern, deren Parteiensystem sehr viel heterogener und damit chaotischer ist.«

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