Feuilleton

Vom verunglückten Denken

Reaktionäres in einer immer besser werdenden Welt.

(Tobias Blanken, Salonkolumnisten) »„Unsere westlichen Demokratien“ sind, so Karl Popper 1988, „ein beispielloser Erfolg: ein Erfolg von Arbeit, viel Bemühung, viel gutem Willen und vor allem von vielen schöpferischen Ideen auf vielen Gebieten. Das Resultat ist: Mehr glückliche Menschen leben ein freieres, schöneres, besseres und längeres Leben als je zuvor.“ Worte, die sich bereits 1988 leicht nach kritikbefreitem Jubelpersertum anhörten, weshalb der Begründer des Kritischen Rationalismus dann auch schnell ein „Ich weiß natürlich, dass vieles verbessert werden sollte“ hinzufügte.

Es sind jedoch Sätze, die bei seiner Biografie Sinn ergeben. 1902 zur Zeit von Franz Joseph I. im kaiserlichen Wien geboren, haben sich die Lebensumstände während seines Lebens unheimlich verbessert. Und das auf nahezu allen Gebieten; das Leben, das Popper 1988 führte, wäre dem jungen Popper der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie wahrscheinlich wie Science-Fiction vorgekommen. Vermutlich hätte er sich noch nicht mal vorstellen können, 1988 noch zu leben, lag die durchschnittliche Lebenserwartung von österreichischen Männern 1902 doch nur bei rund 41 Jahren.«

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