Deutschland Feuilleton

Lückenpresse

Der SPIEGEL strich klammheimlich ein Buch von der eigenen Bestsellerliste

(Rainer Moritz, NZZ) »Nun freilich hat man dort die Marschroute geändert und vor kurzem einen Titel – Rolf Peter Sieferles postum erschienene Essaysammlung «Finis Germania» – kurzerhand (und klammheimlich) vom redlich am Buchhandlungstresen erworbenen Listenplatz 6 gestrichen. Die Massnahme hat den Publizisten Henryk M. Broder prompt an die Geschichtsschreibung «sowjetischer Zensoren» erinnert, wie er in der Zeitung «Die Welt» schrieb.

Der «Spiegel» hat sich und der öffentlichen Diskussion damit einen Bärendienst erwiesen. Die nicht einmal begründete Streichung eines messbaren Faktums – die Verkaufszahlen eines Sachbuchs – ist Wasser auf die Mühle all derjenigen, die über die Einseitigkeit der veröffentlichten Meinung klagen und das Wort «Lügenpresse» im Munde führen.«

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