Feuilleton USA

Politik und Vorurteile

Wer anders wählt, ist des Teufels

(Jonathan Haidt, NZZ) »Aber gemäss einer Erhebung des Meinungsforschungsinstitut Pew Research impliziert die wachsende Feindseligkeit gegenüber dem politischen Gegner, dass die amerikanische Bevölkerung die andere Seite zunehmend nicht nur als in Irrtümern befangen ansieht, sondern als böse, als regelrechte Bedrohung der Existenz der Nation. Die Amerikaner müssen sich auf eine lange Periode immer stärkerer Polarisierung und Gehässigkeit, Lähmung und Störung von Regierungsarbeit einstellen.

Für die übrige Welt ist das eine Warnung, denn einige der Trends, die Amerika an diesen Punkt getrieben haben, treten auch in vielen anderen Ländern auf. Dazu gehören etwa ein höheres Bildungsniveau und stärkerer Individualismus (wodurch Menschen ideologischer werden); zunehmende Immigration und ethnische Vielfalt (wodurch soziales Kapital und Vertrauen reduziert werden); und stagnierendes Wirtschaftswachstum (was zu einer Null-Summen-Mentalität führt).«

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