Feuilleton USA

Political Correctness

Das ist ein normales religiöses Verhalten

(Andrea Köhler, NZZ) »Die Redefreiheit auf dem amerikanischen Campus ist in Gefahr. Der amerikanische Sozialpsychologe Jonathan Haidt im Gespräch über die Ursachen.

Haidt: Es ist eine kleine, aber wachsende Gruppe, hauptsächlich aus den Geisteswissenschaften und den Gender-Studies, die die in den achtziger Jahren aufgekommene Idee vertreten, dass die integralen Bestandteile der Gesellschaft ein umfassendes Unterdrückungssystem bilden. Diese Studenten sind so voller Wut und Selbstgerechtigkeit, dass sie meinen, allen anderen vorschreiben zu können, was sie sagen dürfen und was nicht.

Und warum lassen diese anderen sich das gefallen?

Es ist auch eine Frage der Feigheit seitens der Professoren und der Studenten. Jeder hat Angst, als Rassist oder Sexist, als homophob oder islamophob beschimpft zu werden. Es herrscht eine Verabsolutierung der Opferperspektive. Wer eine der Opfergruppen gegen sich aufbringt, hat sich automatisch auch gegen alle anderen versündigt, weil alles in diesem gigantischen Unterdrückungs-Zusammenhang verbunden ist.

Eine entscheidende Rolle dabei spielen vermutlich auch die Social Media.

Ja, jeder hat heute die Möglichkeit einen Mob zu organisieren, was wiederum heisst, dass auch jeder Angst hat, von diesem Mob angegriffen zu werden.«

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Political Correctness und Redefreiheit sind immer wieder Thema in den Schlaglichtern. Auch Peter Sichrovsky, Thomas Eppinger und Thomas Tartsch haben darüber geschrieben.

 

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