Österreich

Kurz in der Zwickmühle

Mitterlehner-Rücktritt: Kurz in der Zwickmühle

(Alexandra Föderl-Schmid, Der Standard) Mit seinem Rückzug von allen Ämtern erweist sich Reinhold Mitterlehner einen Dienst und bringt Sebastian Kurz in Zugzwang. Kurz muss sich nun endlich deklarieren, was er will: Parteichef und/oder Spitzenkandidat der ÖVP werden oder eine eigene Bewegung gründen. Der Außenminister ist bereits seit Wochen als Undercover-Wahlkämpfer in den österreichischen Bundesländern unterwegs und schwänzt, wie auch am Dienstag wieder, dafür wiederholt Ministerratssitzungen.

„Finde, es ist genug“

Mitterlehner hat bei seiner emotionalen Rücktrittsankündigung kundgetan, dass „die Spitzen der Partei und auch der präsumtive Nachfolger schon monatelang wissen“, dass er „nicht als Spitzenkandidat antrete“. Durch die Vorkommnisse der vergangenen Tage hat sich Mitterlehner offenbar so düpiert gefühlt, dass er nicht nur die getroffene Vereinbarung aufgekündigt hat, sondern gleich alles hinschmiss. „Ich finde, es ist genug“, hat er seinen Rückzug begründet – endlich, möchte man hinzufügen. Er hat sich vieles viel zu lange gefallen lassen. Es reicht ihm – zu Recht. „Ich bin kein Platzhalter, der auf Abruf agiert, bis irgendjemand Zeitpunkt, Struktur und Konditionen festlegt.“ Dieser Satz war auf Kurz gemünzt, der am Vortag erklärt hatte, der Job des Parteivorsitzenden sei „nicht so attraktiv“.

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