Österreich

FPÖ: Geschichte aufarbeiten

Die FPÖ schafft den klaren Bruch einfach nicht

(Alexia Weiss, WIENER ZEITUNG) »Nun also Johannes Hübner. Er ist nicht der erste FPÖ-Politiker, der mit antisemitischen Ansagen von sich reden macht(e). Die Liste ist lang: sie reicht vom verstorbenen Ex-Parteichef Jörg Haider („ordentliche Beschäftigungspolitik“, „Ich verstehe nicht, wie einer, der Ariel heißt, so viel Dreck am Stecken haben kann“) über Ernest Windholz („Unsere Ehre heißt Treue) und Siegfried Kampl (Wehrmachtsdeserteure waren „Kameradenmörder“) bis zu Susanne Winter (Bejahung eines Postings, das den „zionistischen Geldjuden“ die Schuld an der Flüchtlingskrise gab). Sie wurde 2015 aus der FPÖ ausgeschlossen.

Hübner schließt hier nahezu nahtlos an. Wie der „Standard“ vergangene Woche berichtete, sagte dieser im Juni 2016 bei einem Kongress der laut deutschem Verfassungsschutz als rechtsextrem einzustufenden „Gesellschaft für freie Publizistik“ in Thüringen über SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern, dieser werden die „Umvolkung“ im Zug der Flüchtlingsbewegungen nicht aufhalten. „Man muss wissen, dass dieser Kern exzellent verankert ist“, so Hübner. Kern sei nämlich „Friedrich-Torberg-Preisträger der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, ist exzellentest vernetzt in der Logenszene“. Der Hinweis auf die Freimaurer gilt ebenso als deutschnationaler Code für jüdisch wie Hübners ebenfalls in dieser Rede formulierter Einschub, der Schöpfer der österreichischen Verfassung, Hans Kelsen, habe ja „eigentlich Hans Kohn“ geheißen. Damit hatte er vor dem einschlägigen Publikum die Lacher auf seiner Seite.«

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