Europa Migration

EU-Türkei-Deal

Die volle Wahrheit mutete Merkel den Deutschen nicht zu

Im März 2016 verhandelte die Kanzlerin den EU-Flüchtlingsdeal mit Erdogans Premier. Nicht alles, was sie versprach, gab sie auch bekannt: etwa die Zahl der Flüchtlinge, die jährlich in die EU kommen sollten.

Vor den wichtigsten Stunden ihrer Kanzlerschaft ist Angela Merkel allein. Die Kanzlerin sitzt im 5. Stock eines schlichten Bürohauses am Rande des Stadtzentrums von Brüssel. Es ist Sonntag, der 6. März 2016, kurz vor 21 Uhr. Ahmet Davutoglu hat sie kurzfristig in die Vertretung der Türkei bei der EU bestellt, der türkische Ministerpräsident lässt aber auf sich warten, seit zwanzig Minuten. Angeblich kreist sein Flugzeug über Brüssel und kann wegen schlechten Wetters nicht landen.

Merkel wartet nicht gern. Der türkische EU-Vertreter Selim Yenel hat ihr sein eigenes Büro zur Verfügung gestellt, die Kanzlerin hat sich auf das schwarze Ledersofa für Besucher gesetzt. Ihre weinrote Handtasche steht neben ihr, auf den flachen Tisch davor hat sie eine Vorlagenmappe gelegt. Das Abkommen mit der Türkei ist ausverhandelt.

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