Europa

EU am Scheideweg

Weniger EU, mehr Europa

(Interview mit Philipp Bagus, Basler Zeitung) Bagus: „Wir legen die Argumente dar, was historisch und ökonomisch erfolgreich war, und kommen zum Schluss, dass sich die EU auf das besinnen sollte, was den Kontinent eigentlich ausgemacht hat. Und das ist eben nicht noch mehr Zentralisierung in Brüssel. Von den Bürokraten in der EU hören wir beinahe täglich, dass nur noch mehr EU die Lösung für alle offenen Fragen sei. Nur das bringe Wachstum, Wohlstand und Frieden. Daran zweifle ich. Die machen das geschickt und tun so, als gebe es keine Alternative. Aber schauen Sie etwas weiter in die Geschichte zurück: ­Solche Riesenreiche mit enormen Machtkonzentrationen bei einer einzigen Person gab es doch immer wieder, aber da konnte weder Wohlstand entstehen, noch herrschte langfristig Frieden. Die Eliten in Brüssel wollen genau besehen nicht mehr Wohlstand und Frieden, sondern mehr zentrale Gewalt und Macht. Mehr EU bedeutet eben nicht mehr Europa.“

baz: „Die EU sei ein Friedensprojekt, wiederholen die Verteidiger der EU andauernd.“

Bagus: „Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat kürzlich an der Münchner Sicherheitskonferenz gesagt, Europa würde in militärischer Kleinstaaterei untergehen. Im Um­kehrschluss heisst das ja, dass er militärische Grossstaaterei will. Das halte ich für sehr gefährlich. Grosse Staaten sind anfälliger für Kriege als kleine.“

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