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Erdogans Islamisches Reich

Photo by Andreas Trojak (edited), CC BY 2.0

Erdogan führt seine islamische Sekte nach Europa

Der türkische Präsident Erdogan arbeitet nicht nur in der Türkei am rigorosen Ausbau einer konservativen islamischen Gesellschaft, sogar als islamischer Staat der Türkei, er kümmert sich auch in Europa darum, seine osmanischen Vorstellungen bei türkischen Migranten zu verbreiten und zu verfestigen. In Österreich wurde in einer umstrittenen Aktion ein neuer Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich IGGiÖ installiert, der aus dem Funktionärsstall von Erdogan stammt.

Die Erdoganisierung der IGGiÖ ist Wirklichkeit geworden 

Fuat Saut Sanac von der national-fundamentalistischen Milli Görüs („Nationale Sicht“) geht, und Ibrahim Olgun von ATIB (Avusturya Türkiye Islam Birligi, Österreichische türkisch-islamische Union) kommt. Mit ihm wird der Einfluss von Erdogan auf die von Ankara gesteuerte ATIB noch direkter. Alles politische – und nicht religiöse – Organisationen.

Die IGGiÖ hat kaum zahlende Mitglieder, ist aber wie die Kirchen staatlich als Körperschaft anerkannt. Die meisten Moscheen werden jedoch gar nicht von der IGGiÖ, sondern von politischen, nicht religiösen, Vereinen betrieben.

Obwohl es bei den Muslimen wesentlich mehr verschiedene Strömungen als bei den christlichen Kirchen gibt und zum Teil höchst gegensätzliche, hat der österreichische Staat versucht, alle Muslime unter das Dach der IGGiÖ zu zwingen. Was völlig misslungen ist, weil sich eine große Mehrheit der in Österreich lebenden Muslime weigert, sich dort als Mitglieder zu registrieren. Nur eine Minderheit von etwa 1% aller österreichischen Muslime wird von der IGGiÖ vertreten.

Das ursprüngliche Islamgesetz in Österreich von 1912 bezog sich auf die damals dem Kaiserreich einverleibten bosnisch-islamischen Gebiete und galt für den „hanafitischen Ritus“. Nach dem Zerfall der Monarchie hatte dieses Gesetz kaum noch praktische Bedeutung, weil die betroffenen Bosniaken nun zum ehemaligen Jugoslawien gehörten. Erst ab 1971 gab es Bemühungen, das Islamgesetz von 1912 wieder zu beleben.

Schließlich wurden die Bestimmungen des Islamgesetzes 1988 auf alle Varianten des Islam ausgedehnt. Dafür ist das Gesetz von 1912 jedoch völlig ungeeignet.

Das österreichische Islamgesetz als historischer Fehler

Um der Vielfalt der islamischen Strömungen zu entsprechen, müssten die einzelnen Richtungen und Schulen einzeln den Status religiöser Körperschaften bekommen. Die österreichische Politik richtete sich jedoch nach den Wünschen der Türkei und Saudi Arabiens. Was die Steuerzahler Millionen kostet, weil die Sunnitische IGGiÖ alle Privilegien von Religionsgemeinschaften und verschiedenen Islamischen Konfessionen genießt, ohne dass dies eine praktikable Lösung für den Islam in allen seinen Varianten wäre.

Außerdem ist im Islam eine Organisierung des Glaubens als Körperschaft gar nicht vorgesehen. Es gibt im Islam keine Hierarchie, kein Priestertum und keine Seelsorger, weil der Islam zwischen Mensch und Gott ohne Vermittler auskommt. Doch die Islamfunktionäre der IGGiÖ nutzen die österreichischen gesetzlichen Möglichkeiten – vor allem die Privilegien von Religionsgemeinschaften – zielsicher für ihre Interessen aus.

Die Beteiligten profitieren vom Status als anerkannte Religion. Es gibt hunderte islamische Religionslehrer in öffentlichen Schulen, welche die Steuerzahler mehr als eine Million Euro pro Monat kosten. Die meisten von ihnen haben keine pädagogische und universitäre Ausbildung, geschweige denn irgendeine psychologische Befähigung. Höhere Islamfunktionäre werden Schulinspektoren, die von den fetten Gehältern reich werden.

Gestern Schakfeh und Sanac von Milli Görüs und heute Ibrahim Olgun von der türkischen Regierungsorganisation ATIB. Die ATIB wird von Ankara politisch direkt gesteuert und hat die meisten Moscheen in Österreich.

Sie ist aber keine religiöse Organisation sondern eine politische und passt daher nicht ins Islamgesetz, das als historischer Fehler gesehen werden muss. Nicht zuletzt, weil dieses Konstrukt die radikalen Islamisten begünstigt.

Die neue Lage ist ganz einfach zusammenzufassen: Das türkische Diyanet übernimmt die IGGiÖ. Damit ist das Islamgesetz gestorben. Weil jetzt alles Islamische unter ausländischem Einfluss und ausländischer Kontrolle steht.

Das Diyanet als Zentrale der Islamisierung

Das Diyanet Isleri Baskanligi (deutsch: Präsidium für Religionsangelegenheiten), abgekürzt mit Diyanet, ist eine staatliche Einrichtung zur Verwaltung religiöser Angelegenheiten in der Türkei.

Gegründet wurde sie im Jahr 1924 vom türkischen Reformer Mustafa Kemal Atatürk, der damit die religiöse Verwaltung verstaatlichte und in der Folge die Türkei zu säkularisieren trachtete. Islamische Sharia Gerichte wurden abgeschafft, religiöse Kleidungen wie Schleier und Kopftuch verboten, die Frauen erhielten gesetzliche Gleichberechtigung, in den Schulen wurde die Koedukation eingeführt, die Gesetzgebung nach den Vorbildern von Frankreich und der Schweiz umgestaltet.

Der türkische Präsident Erdogan versucht nun immer schneller, alle diese Errungenschaften rückabzuwickeln und die Türkei wieder zu einem islamischen Staat wie seinerzeit im osmanischen Reich zu machen. Die handstreichartige Übernahme der IGGiÖ durch einen ATIB-Funktionär ist ein Bestandteil dieser Vorgangsweise, Erdogan will auch in Europa sein türkisches Islamreich aufbauen und ausbauen.

Die Erdogan direkt unterstellte Behörde hatte 2015 mehr als 100.000 Mitarbeiter und einen Jahresetat von umgerechnet mehr als einer Milliarde Euro.

Österreich ist gefordert

Die Republik Österreich ist darum gefordert: Es muss Schluss sein mit der politischen Willfährigkeit gegenüber diversen dubiosen Islamverbänden, die organisiert Wählerstimmen gegen Privilegien tauschen. Das Islamgesetz muss komplett neu formuliert werden, alle islamischen Glaubensrichtungen müssen die selben Rechte erhalten, aber deren ausländische Steuerung – egal ob von der Türkei, Saudi-Arabien, den Muslimbrüdern gleich welcher Herkunft oder Nationalität, Salafisten oder anderen Radikalen – ist rigoros zu unterbinden.

Religion soll keine staatliche Angelegenheit sein sondern ist Privatsache der Gläubigen. Der Islam muss zu einem Islam europäischer Prägung reformiert werden, damit er mit den Verhältnissen im aufgeklärten Europa kompatibel wird.

 

3 Comments

  • @setzen minus fünf

    anscheinend haben sie keine idee, und keine eigene meinung. vermutlich sozialist oder grüner.

    politik ist nie alternativlos.

    wenn man eine frage stellt, die zu beantworten schwierig ist, dann ist es am besten man kümmert sich darum die frage wirklich zu verstehn und trachtet nach einer weisen und beharrlichen entscheidung.

    für diese den menschlichen geist und psyche beanspruchenden tätigkeiten sind sie, herr/frau „setzen 6“ ob ihrer „antwort“ leider nicht geeignet.

    aber man wächst mit den aufgaben, die man sich setzt. also verschen sie es. wir glauben alle an sie!

  • Die Verharmlosung der Islamisierung muss endlich ein Ende haben. Auf schnellstem Wege muss der islamischen Lehre Stoppzeichen gesetzt werden. Die islamische Lehre ist rund zur Hälfte gesetzwidrig. Konsequenter Weise müsste eine solche Lehre wie die Wiederbetätigung gesetzlich verboten werden.

    Was noch möglich ist, dass alle gesetzwidrigen Verse im Koran und in den Hadithen als solche gekennzeichnet werden müssen mit dem Hinweis, dass es sich um spirituellen Hintergrund handelt, deren Ausübung gesetzlich verboten ist. Die Politiker, die Kleriker die alle so tun wie wenn die islamische Lehre
    „geschützt“ werden muss begehen ein Sakrileg gegen über allen Menschen ausserhalb des Islam:
    Als Zeichen des guten Willen muß ein generelles Verhüllungsverbot, ein generelles Kopftuchverbot eingeführt werden. Alle Moslems die dagegen ankämpfen sind nicht guten Willens und wollen uns allen früher oder später „an den Kragen“.

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