Deutschland

Eine ehrenwerte Frau

Denn Frau Merkel ist eine ehrenwerte Frau

(Joachim Nikolaus Steinhöfel) »Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ganz herzlichen Dank für die Einladung zu ihrem Sommerfest.

Nachdem Berlin in den letzten Wochen fast von einer Sinflut weggeschwemmt worden wäre, haben Sie in ihren einführenden Bemerkungen allerdings einen notwendigen Hinweis vergessen. Das Wetter hat nichts mit der Jahreszeit zu tun.

Sie kennen diese Formulierung aus anderem Zusammenhang. Diesen Kniff, der immer dann zur Anwendung kommt, wenn es genau umgekehrt ist. Wenn es so falsch wird, dass noch nicht einmal das Gegenteil richtig ist.

Terrorismus hat nichts mit dem Islam zu tun.

Die Linke hat nichts mit Linksextremismus zu tun.

Das „heute-journal“ hat nichts mit Fake News zu tun.

Die „tagesthemen“ haben nichts mit Regierungspropaganda zu tun.

Und der Zustand Deutschlands im Sommer 2017 hat nichts mit Frau Merkel zu tun. Denn Frau Merkel ist eine ehrenwerte Frau.

Ich bin, liebe Gäste, aus Hamburg angereist, wo wir, wie sie vielleicht von Bürgermeister Scholz gehört haben, „jedes Jahr auch einen Hafengeburtstag ausrichten“. Auf Einladung von Frau Merkel haben letzte Woche junge enthusiastische Aktivisten diesen Hafengeburtstag nach ihren eigenen, progressiv-antikapitalistischen Vorstellungen gefeiert.  Und zwar so richtig. Bürgermeister Scholz hat sich für diese Veranstaltung wenigstens entschuldigt. Und das war schon dürftig genug. Frau Merkel hat das nicht getan. Denn sie trägt keine Schuld und sie trägt auch keine Verantwortung für diese Party. Frau Merkel hat auch keinen Fehler gemacht, als sie Hamburg als Veranstaltungsort bestimmte. Denn Frau Merkel ist eine ehrenwerte Frau.

Schauen wir uns also ein wenig um, wo die wirklichen Verantwortlichen für die Ereignisse rund um G20 zu suchen sind.

Honeckers Mädchen, also die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, sieht es so:

„Die Polizeiführung lässt ihre Hundertschaften mit schwerem Gerät durch die Straßen marodieren und schikaniert Menschen, die es wagen, Bier zu trinken oder im Zelt zu schlafen. Die Eskalation geht eindeutig von den Behörden aus. Es regieren Schlagstock, Pfefferspray und Wasserwerfer.“

Schön wärs gewesen, möchte man hinzufügen. Denn das scheint mir immer noch besser als Pflastersteine, Stahlkugeln und Molotow-Cocktails. Angeblich hat sich Frau Kipping für Teile dieser Äußerung bei „Maischberger“ entschuldigt. Um das zu verifizieren, hätte man sich aber diese Sendung ansehen müssen, an der auch Frau Ditfurth teilnahm. Was eine Verifizierung nicht unerheblich erschwert.

Familienministerin Katarina Barley, stetig auf der Suche nach einem Amt, in dem sie nicht überfordert wirkt, hält es für falsch, die „alleinige Schuld für die Krawalle bei der Polizei“ zu suchen. Fest steht nur, die Krawalle haben nichts mit links zu tun.

Hier weiterlesen

 

Kommentar verfassen