Deutschland Wirtschaft

Deutschland unter Druck

Das Modell Deutschland steht unter Druck

(Eric Gujer, NZZ) »‚Made in Germany‘ stand einmal für Wertarbeit und solide Leistung. Doch der Glanz verblasst, seit ausgerechnet die Leitindustrie des Landes, der Autobau, vieles unternimmt, um das Vertrauen in deutsche Ingenieurskunst zu zerstören. Seit über zwei Jahren breitet sich der Abgasskandal wie ein unterirdischer Schwelbrand aus. Es vergeht kaum eine Woche ohne negative Schlagzeilen. Hausdurchsuchungen, Strafverfahren und Rückrufaktionen erst beim Volkswagen-Konzern und bei dessen Marken VW, Audi und Porsche, inzwischen auch bei Daimler. Die Premium-Hersteller stehen im Verdacht, sich durch illegale Absprachen Wettbewerbsvorteile verschafft zu haben. Sie präsentieren sich als Kartell, das lange mit der Duldung der Politik rechnen durfte.

Epizentrum Wolfsburg

Während im Maschinenbau mittelständische Strukturen dominieren, ist die Automobilwirtschaft von Konzernen geprägt. Sie stehen mit der starken Stellung der Gewerkschaften, der ausgebauten Mitbestimmung in den Aufsichtsräten und den engen Verbindungen zu Regierungen und Parteien idealtypisch für den deutschen Korporatismus der Nachkriegszeit.

Für Volkswagen ist es gleichgültig, ob SPD oder CDU den Kanzler stellen, denn in Niedersachsen verteidigen beide Parteien gemeinsam die Wolfsburger Sonderregeln. Genauso beherzt kämpft Berlin in Brüssel für die Interessen der Branche, selbst wenn dabei das deutsche Lieblingsthema Klimaschutz unter die Räder gerät.«

Hier weiterlesen

 

Kommentar verfassen