Deutschland Wirtschaft

150 Jahre ‚Das Kapital‘

Der falsche Prophet

(Philip Plickert, FAZ) »Karl Marx gilt vielen als ganz großer Ökonom. Sicherlich hatten seine Schriften größtmögliche weltpolitische Konsequenzen. Im 20.Jahrhundert beriefen sich eine Reihe wichtiger Staaten mit Hunderten Millionen Einwohnern auf die Ideologie des Marxismus, oft ergänzt durch weitere Vordenker wie Lenin, Mao und andere. Der Kern des kommunistischen Programms war die Abschaffung des Privateigentums und die Einführung von Kollektiveigentum an den Produktionsmitteln, wie Karl Marx und Friedrich Engels im „Kommunistischen Manifest“ 1848 betonten. Diese kommunistische Wirtschaftsweise ist überall da, wo sie ausprobiert wurde, opferreich gescheitert. Kann man dafür Marx verantwortlich machen?

In „Das Kapital“, das im Herbst 1867 erschien, hatte Marx wortgewaltig zu belegen versucht, warum der Kapitalismus – also die auf Privateigentum, Gewinnstreben und privatunternehmerischer Entscheidung beruhende Wirtschaftsform – zwangsläufig gegen die Wand fahren werde. Das Kapital, das sich „vampirmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit“, schwächt sich selbst und schaufelt sich sein eigenes Grab. Der Kapitalismus produziere immer schärfere Krisen und werde unvermeidlich, aus seiner eigenen Logik heraus, kollabieren. Die Revolution der Arbeiterschaft ist unausweichlich.«

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